Allen voran konnte Torhüter Dejan Milosavljev überzeugen. Der serbische Rückhalt der Füchse Berlin kam am Ende auf 13 Paraden, wobei er fünf gegnerische Siebenmeter parierte. Dennoch war zum Ende des Spiels sein Gegenüber, Matej Mandic im Tor des SC Magdeburg, der vielleicht entscheidende Mann. Lange Zeit waren der vor dem 26. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga Tabellenerste und -zweite gleich auf. Mitten im zweiten Durchgang konnten sich die Berliner Gäste sogar ein wenig absetzen, doch schlussendlich hatten die Hausherren in der ausverkauften GETEC Arena mehr Crunchtime-Qualitäten im Petto.
Das 33:35 (15:15), die Niederlage beim letztjährigen Sieger der Machineseeker EHF Champions League, bedeutet gleichzeitig auch das Abrutschen auf den dritten Tabellenplatz, weil die SG Flensburg-Handewitt tags zuvor gegen den Aufsteiger GWD Minden gewann. Trotz der Pleite in Sachsen-Anhalt zeigte das Team von Trainer Nicolej Krickau einen guten Auftritt. Mathias Gidsel war mit elf Toren der beste Werfer, Nils Lichtlein konnte das Spiel immer wieder gut gestalten und blieb bei vier Abschlüssen ohne Fehlwurf.
So verliefen der Handball-Kampf
Zwar vollendete der SC Magdeburg den ersten Angriff, scheitere dann aber zunächst am eigenen Abspiel und dann an Dejan Milosavljev. Sein Mitspieler Mathias Gidsel war direkt voll in Fahrt und brachte die Füchse Berlin früh mit 3:1 in Führung. In Unterzahl mussten die Gäste aus der Hauptstadt jedoch den Ausgleich hinnehmen (5.). Hákun West av Teigum war infolgedessen zum 4:3 der zweite Torschütze der Berliner. Imposant war kurz darauf die Siebenmeter-Parade Milosavljevs gegen Omar Ingi Magnusson. Lasse Andersson erhöhte nach sieben Minuten auf 5:3. Erneut, diesmal gegen Matthias Musche, war Milosavljev der Spielverderber gegen den Wurf vom Strich – der Serbe zwischen den Füchse-Pfosten sorgte schnell für reichlich Aufsehen. Weil er eine weitere Strafwurf-Parade gegen Tim Hornke aus dem Ärmel zauberte, konnte Andersson auf 8:6 stellen (14.). Fast nicht zu glauben, aber Milosavljev tat es ein viertes Mal. Auch Manuel Zehnder scheiterte nach einer Viertelstunde vom Strich an ihm.
Ansatzlos erzielte Gidsel den zehnten Treffer des Deutschen Meisters beim aktuellen HBL-Tabellenführer. Auch Nils Lichtlein reihte sich ein in die Liste der Torschützen (20.). Nachdem wieder Milosavljev aus dem Positionsangriff der Magdeburger zur Stelle war, konnte av Teigum mit schnellem Umschalten das 10:12 erzielen (22.). Obwohl Milsovaljev auch den fünften von sechs Siebenmetern parieren konnte, glich der SCM durch Gisli Kristkansson aus, 13:13 (26.). Nejc Cehte hatte von Linksaußen die richtige Antwort parat. Weiter blieb es eine umkämpfte Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. So ging es auch mit einem 15:15-Gleichstand in die Katakomben.
Nach dem Seitenwechsel war es ein unverändertes Bild: Andersson traf für die Füchse, Magnus Saugstrup für die Magdeburger. Doch dann konnte der Däne auf Seiten der Berliner einen Steal verbuchen und im Gegenzug zum 18:16 vollenden (33.). Kurz zuvor blieb Tobias Grøndahl kalt von der Bank kommend souverän beim Siebenmeter. Weil die Mannen aus Sachsen-Anhalt dann am Pfosten scheiterten, erhöhte Gidsel auf 19:16 (34.). Weitere Paraden des Füchse-Torhüters veranlassten die mitgereisten Fans des Hauptstadt-Clubs „Milo, Milo, Milo“ zu skandieren. Von den Rängen gaben die Füchse-Anhänger ohnehin alles und sahen, wie die Akteure auf der Platte um Lichtlein und av Teigum weiter die Führung behaupteten, auch Tim Freihöfer war erfolgreich (22:20, 40.). Mit einer Drehung konnte sich kurz darauf Gidsel stark durchsetzen, dann erhöhte der Welthandballer wieder auf Plus drei.
Trotz starkem Kampf mussten die Füchse eine Viertelstunde vor dem Spielende jedoch den Ausgleich hinnehmen, Gidsel konnte nach ein paar Minuten ohne Treffer auf beiden Seiten antworten, es lag ordentlich Spannung in der Luft. In der 50. Minute war es dann soweit: Der SCM ging mit 27:26 in Führung. Berlins Coach Nicolej Krickau nahm daraufhin eine Auszeit. Schmerzhaft griff Musche Lichtlein beim Wurf in den Arm und sah dafür die rote Karte – er entschuldigte sich daraufhin noch einmal beim Berliner Spielmacher. Währenddessen verwandelte Tobias Grøndahl den fälligen Siebenmeter, und Gidsel bestrafte einen technischen Fehler der Hausherren mit dem Treffer zum 28:28 auf das leere Tor (53.). Am Ende scheiterten die Hauptstädter jedoch zu oft an SCM-Torhüter Matej Mandić, sodass nach dem Ertönen der Schlusssirene eine 33:35-Auswärtsniederlage auf der Anzeigetafel zu erkennen war. Das Paraden-Konto von Milosavljev war nach dem Spielende mit 13 Paraden, davon fünf vom Siebenmeter-Strich, gefüllt. Bester Werfer der Berliner war Mathias Gidsel mit elf Treffern.
Das Oster-Heimspiel steht auf dem Programm
Am kommenden Osterwochenende geht es dann weiter mit einem Heimspiel in der DAIKIN Handball-Bundesliga. Am Sonntag, 5. April, empfangen die Füchse Berlin dann den SC DHfK Leipzig in der Max-Schmeling-Halle. Anwurf ist um 15 Uhr,
Tickets sind hier erhältlich.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Es war eine unfassbare Partie, die eines Topspiels würdig war. Am Ende hatte Magdeburg die fünf Prozent mehr auf ihrer Seite, die für ihren Heimerfolg sorgten. Trotzdem sind wir mit vielen Dingen zufrieden. Jedoch haben in der letzten Viertelstunde zu viele Kleinigkeiten auf unserer Seite nicht funktioniert. Glückwunsch an Magdeburg zu diesem Sieg sowie viel Erfolg für die weitere Saison.“
Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (13 Paraden); Darj (1), Prantner, Andersson (8), Ariño, Grøndahl (3/3), Lichtlein (4), Gidsel (11), Freihöfer (1), Cehte (1), Pichiri, Langhoff, Herburger, av Teigum (3), Marsenić (1).
SC Magdeburg: Hernández (2 Paraden), Mandić (12); Musche (6/1), Claar (6), Zehnder, Kristjansson (6), Pettersson, Magnusson (3/1), Hornke (3/1), Jonsson, Weber, Lagergren (1), Mertens (1), Saugstrup (9), O’Sullivan, Bergendahl.