In der ausverkauften Phoenix Contact Arena sahen die Zuschauer zum Abschluss des 28. Spieltags der DAIKIN Handball-Bundesliga einen echten Handball-Krimi. In einem packenden Schlagabtausch gegen den TBV Lemgo Lippe erkämpften sich die Füchse Berlin einen hart erarbeiteten Auswärtserfolg. Am Ende stand ein nervenaufreibendes 34:33 (17:15) zugunsten des aktuellen Deutschen Meisters auf der Anzeigetafel. Den entscheidenden Treffer zum Sieg erzielte Mathias Gidsel erst vier Sekunden vor dem Ende. Daraufhin rannten all seine Mitspieler auf das Feld und feierten mit dem dänischen Rückraumstar.
Einen Sahnetag erwischte auch sein Landsmann Lasse Andersson. Der Spieler im linken Rückraum traf zweistellig, insgesamt zehn Treffer steuerte er zum Gewinn der zwei Punkte bei. Nach ihm folgte Tim Freihöfer, der siebenmal den gegnerischen Torhüter überwinden konnte. Einmal mehr stellte der Nationalspieler seine Sicherheit vom Siebenmeter-Strich unter Beweis. Das halbe Dutzend an Toren machte auch Gidsel voll. Darüber hinaus hatte dieser auch immer wieder ein Auge für seine Mitspieler. Zu seinen sechs Torerfolgen steuerte er zusätzlich sieben Assists bei. Damit festigte das Team Platz drei in der Tabelle und bleibt an den Flensburgern sowie den Königsklassen-Rängen dran. Außerdem knackten die Berliner während des Spiels als erstes Team die 1000-Tore-Marke in der laufenden HBL-Saison.
Die 60 Minuten im Überblick
Auch die erste nennenswerte Aktion der Partie gehörte Mathias Gidsel. Der Däne erkämpfte sich den Siebenmeter Nummer eins der Begegnung. Tim Freihöfer vollendete diesen 57 Sekunden nach dem Anwurf zum 1:0-Führungstreffer. Der Linksaußen war es ebenfalls, der den ersten technischen Fehler auf Seiten der Lemgoer per Tempogegenstoß zum 2:1 bestrafte (3.). Dejan Milosavljevs erste Parade sowie ein cleverer Steal von Nejc Cehte sorgten für eine rasche Drei-Tore-Führung. Erneut traf Freihöfer vom Strich und beendete eine kleinere Durststrecke der Berliner (11.). Geprägt wurde die Anfangsphase von guten Torhüterleistungen, sowohl auf Seiten der Gäste als auch bei den Hausherren.
Von Gidsel perfekt in Szene gesetzt traf Hákun West av Teigum nach einer Viertelstunde zum 8:8. Die Leichtigkeit aus den ersten Minuten verflog etwas, sodass die Berliner sich ihre Tore hart erarbeiten mussten. Lasse Andersson sowie Gidsel machten dies vor, sodass in der 18. Spielminute ein 10:9-Zwischenstand zugunsten der Hauptstädter auf der Anzeigetafel stand. Rückhalt war eine gut stehende Defensive auf Seiten der Füchse sowie Milosavljev. Der Serbe im Berliner Tor verhalf seiner Mannschaft mit dem bereits fünften gehaltenen Ball zur 12:9-Führung, welche Dank einer sehenswerten Pirouette des dänischen Welthandballers zustande kam (20.). Den 17:15-Halbzeitstand markierte wiederum av Teigum.
Wie in Durchgang eins war es erneut Freihöfer, der per Strafwurf für den ersten Füchse-Treffer der zweiten Hälfe sorgte (32.). Zweimal perfekt freigespielt netzte Mijajlo Marsenić erst zum 19:17, danach in der 35. Spielminute zum 20:18. Ein perfektes Auge für av Teigum hatte Nils Lichtlein. Den Pass des deutschen Nationalspielers nutzte der Mann von den Färöer Inseln und traf zum 22:20 (38.). In die Torschützenliste trug sich auch Kapitän Max Darj wenig später ein. Ebenfalls Akzente konnte Lasse Ludwig setzen, der kurz nach dem Wiederanpfiff ins Tor rückte und sich schnell mit seiner ersten Parade bemerkbar machte (40). Sehenswert brachte einmal mehr Gidsel den Ball zum 25:22 im Tor unter (43.). Andersson unterbrach eine Viertelstunde vor dem Spielende einen 0:3-Lauf, indem er gleich doppelt traf.
In der Crunchtime war es unter anderem Freihöfer, der seine Zuverlässigkeit vom Siebenmeter-Strich unter Beweis stellte und zum 29:29 traf (50.). Gleichzeitig sorgte der ehemalige Jungfuchs mit diesem Treffer für das 1000.-Saisontor der Füchse Berlin in der aktuellen Saison der DAIKIN Handball-Bundesliga. Matthes Langhoff eroberte rund neun Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene mit seinem Treffer zum 30:29 die Führung für den Hauptstadt-Club zurück. Nervenstark präsentierte sich Andersson, das Tor zum 32:31 in der 56. Minute war sein bereits zehnter Treffer in der Begegnung. Spannend war es wortwörtlich bis zur letzten Sekunde. Bei Gleichstand und neun verbleibenden Sekunden auf der Uhr nahm Trainer Nicolej Krickau seine letzte Auszeit. Vier Sekunden vor dem Ende der Begegnung war es dann Gidsel, der sich durch den Mittelblock durchtankte und für den 34:33-Endstand sorgte, was für große Freude bei den Spielern und den mitgereisten Fans sorgte. Der letzte Wurf Lemgos fand erst nach Ertönen der Schlusssirene den Weg ins Netz.
So geht es weiter
Am kommenden Wochenende sind die Füchse Berlin im Lidl Final4 des DHB-Pokals gefordert. Im Halbfinale in der Kölner LANXESS Arena wird der Gegner erneut TBV Lemgo Lippe heißen. Anwurf ist am Samstag, 18. April, um 15.45 Uhr. Ab dann kämpfen die Hauptstädter um den Einzug in das Endspiel, welches am darauffolgenden Tag stattfindet. Das nächste Heimspiel steht am Donnerstag, 23. April, auf dem Programm. Ab 19 Uhr empfangen die Berliner den VfL Gummersbach in der Max-Schmeling-Halle (
zu den Tickets).
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Wir sind einfach nur glücklich, dass wir die zwei Punkte geholt haben. Das war ein ganz ganz anderer Typ an Spiel als erwartet, viel schneller. Lemgo hat gezeigt, warum sie zurecht so weit oben in der Tabelle stehen. Ihre individuellen Leistungen von Niels Versteijnen und Hendrik Wagner waren unfassbar. Das haben wir nicht in den Griff bekommen. Glücklicherweise waren wir aber cool am Ende, inklusive Tim Freihöfer vom Siebenmeterstrich und Lukas Herburgers Einwechslung. Mathias Gidsels letzte Aktion ist natürlich sehr abgebrüht, vor allem weil Lemgo wenige Minuten vor dem Ende das Momentum auf ihrer Seite hatte. Jetzt kommt ein ganz neuer Typ an Aufgabe am kommenden Samstag.“
TBV Lemgo Lippe: Möstl (14 Paraden), Kastelic; Theilinger, Zehnder (2/2), Mudrow (2), Simak, Schagen, Carstensen (4), Nyfjäll (2), Suton (7), Willecke (3), Versteijnen (6), Wagner (4), Faust (3), Kehrmann.
Füchse Berlin: Ludwig (3 Paraden), Milosavljev (8); Darj (1), Prantner, Andersson (10), Ariño, Grøndahl, Lichtlein (2), Gidsel (6), Freihöfer (7/6), Cehte (1), Pichiri, Langhoff (2), Herburger, av Teigum (3), Marsenić (2).