In der Lanxess Arena in Köln haben tausende Fans der Füchse Berlin mit den Spielern gefeiert, als Kapitän Max Darj die Trophäe in die Luft reckte. Ein historischer Moment für den Club, der zum zweiten Mal nach 2014 den DHB-Pokal gewonnen hat. Nach der Meisterschaft 2025 und dem Super Cup am Anfang der Saison war es der dritte Titel binnen eines Jahres, wie der Geschäftsführer Bob Hanning auf der Pressekonferenz anmerkte. Das Team von Trainer Nicolej Krickau zeigte nach dem kräftezehrenden Auftritt gegen Lemgo im Halbfinale am gestrigen Samstag eine reife und starke Leistung gegen den Bergischen HC, der tags zuvor den SC Magdeburg ausgeschaltet hat. Nach dem 42:33 (22:17) im Finale des DHB-Pokals lagen sich die Spieler in den Armen, ein mehr als gelungener Abschluss des Wochenendes beim Lidl Final4.
Als bester Werfer ging wie am Vortag Lasse Andersson hervor, gegen den BHC waren es zehn Tore. Außerdem wurde er zum MVP des Wochenendes gekürt. Auf den Dänen folgte im Finale sein Landsmann Mathias Gidsel mit neun Toren. Rechtsaußen Hákun West av Teigum machte mit sechs Toren aus sieben Versuchen ebenfalls einen ordentlichen Job. Insgesamt war auch erfreulich, dass alle Spieler aus dem Kader im Endspiel auf die Platte kamen, so auch Lasse Ludwig, der Dejan Milosavljev ersetzte. Letzterer war 13-mal zur Stelle. Zu Beginn der Partie war es auf der Anzeigetafel noch eine ausgeglichene Angelegenheit, doch dann konnten sich die Füchse Berlin absetzen und konnten spätestens im zweiten Durchgang einen komfortablen Abstand erlangen.
So lief fas Finale im DHB-Pokal
Im Endspiel konnte die Abwehr der Füchse Berlin sofort den ersten Angriff des Bergischen HC entschärfen, den ersten Abschluss parierte Dejan Milosavljev. So brachten Mijajlo Marsenić und Lasse Andersson den Deutschen Meister schnell mit 2:0 in Führung. Der dänische Halblinke erzielte auch die nächsten beiden Treffer der Füchse, ein starker Start für ihn. In Unterzahl trug sich auch Mathias Gidsel in die Torschützenliste ein, doch nach sechseinhalb Minuten glich der BHC zum 5:5 aus. Weiterhin war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, es gelang bei Weitem nicht alles bei den Füchsen. Nils Lichtlein brachte mit dem 8:6 nach Milosavljevs Parade immerhin ein wenig Durchatmen (11.). Als der Bergische HC wieder ausgleichen hätte können, fing Gidsel einen Pass ab, im Tempogegenstoß blieb Hákun West av Teigum eiskalt. Mit starkem Durchsetzungsvermögen legte Andersson ein weiteres Tor nach, doch es blieb intensiv im ersten Durchgang.
Ordentlich vom Füchse-Fanblock feiern lassen durfte sich dann auch Aitor Ariño, der im Gegensatz zum Halbfinale in die Start-Sieben rutschte und sich nach 16 Minuten belohnte. Die nächste Milosavljev-Tat ermöglichte es Andersson, erstmals auf Plus drei zu stellen – 13:10 (18.). Infolgedessen verpassten es die Berliner weiter Boden gutzumachen, das finale Spiel war von der knappen Führung der Hauptstädter geprägt. Tobias Grøndahl behielt bei seinem ersten Siebenmeter-Versuch die Nerven und ließ das Netz sehenswert zappeln (22.). Wichtig war dann Milosavljevs Parade drei Minuten vor dem Seitenwechsel, im Anschluss versenkte Gidsel nämlich den Ball zum 19:16. Der nächste Angriff des BHC blieb ohne Erfolg, sodass der Welthandballer sogar noch einmal erhöhen konnte. Zur Halbzeit zierte ein 22:17 die Anzeigetafel der Lanxess Arena in Köln, weil Milosavljev auch die Ecke des letzten BHC-Freiwurfs ahnte.
Nach eigenem Anwurf machte Gidsel den Premierentreffer in Durchgang zwei und erhöhte auf Plus sechs. Mit einem wuchtigen, 125 Kilometer pro Stunde schnellen Unterarmwurf unterbrach Andersson einen Lauf von zwei fehlerhaften Versuchen. Trotzdem blieb es dabei, dass technische Fehler keine Seltenheit im Spiel der Füchse waren, Kapitän Max Darj trotzte dem mit seinem ersten Treffer (38.). Hinten machte dann Milosavljev einmal mehr dicht, vorne versenkte einmal mehr av Teigum von Rechtsaußen (41.). Kurz darauf erzielte Andersson noch bevor drei Viertel des Spiels absolviert waren sein zehntes Tor, wie im Halbfinale überragte der Däne mit seinen Buden.
Auch Lichtlein tankte sich über die linke Seite noch einmal durch und schloss zum 36:28 ab (50.). Generell rotierte Coach Nicolej Krickau ob des großen Vorsprungs ein wenig durch, sodass Lasse Ludwig und Tim Freihöfer ihre Minuten auf der Platte bekamen. Der Torhüter parierte auch prompt, der Linksaußen traf. Vom Strich aus durchbrach Grøndahl die 40-Tore-Marke (55.). Während Lauro Pichiri seinen Siebenmeter nicht verwandelte, konnte aber Leo Prantner einnetzen. So kamen alle Spieler des Wochenend-Kaders im Endspiel beim 42:33 zum Einsatz. Am Ende trafen die Füchse mehr als 40-mal, so häufig wie nie zuvor eine Mannschaft in einem Finale des DHB-Pokals.
Den Pokalsieger zuhause feiern
Den Pokalsieger können die Fans bereits an diesem Donnerstag, 23. April, live in der heimischen Max-Schmeling-Halle sehen. Anwurf für die Partie in der DAIKIN Handball-Bundesliga gegen den VfL Gummersbach startet um 19 Uhr,
Tickets sind hier verfügbar.
Stimmen und Statistiken
Trainer Nicolej Krickau: „Zunächst einmal Glückwunsch an den Bergischen HC. Sie haben eine beeindruckende Leistung gezeigt dieses Wochenende. Auch ein großes Dankeschön an unsere Fans, die ebenfalls zwei Tage in Folge gut gekämpft haben. Das schätzen wir sehr. Es hat mir wirklich gut gefallen, dass wir das gesamte Wochenende über solch eine gute Leistung gezeigt haben. Die ganze Woche hat man diese Gewinner-Mentalität, welche Bob und die Mannschaft aufgebaut haben, gespürt. Ich bin mit vielen Sachen überaus zufrieden. Jeder hat das Wochenende alles gegeben, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb davon. Auch unser Umfeld im Hotel hat alles gegeben. Ich bin stolz ein Teil der Füchse Berlin zu sein. Es war ein fantastisches Wochenende.“
Geschäftsführer Bob Hanning: „Für uns ist es der dritte nationale Titel innerhalb von zwölf Monaten. Das freut uns ganz besonders. Die Art und Weise, wie wir dieses Turnier gespielt haben, war schon sehr bemerkenswert. Wir haben gegen tolle Mannschaften gespielt. Gegen Lemgo haben wir ein sehr intensives Spiel gehabt, wo wir alles reinsetzen mussten. In den Crunchtime-Momenten hatten wir das glücklichere Ende auf unserer Seite. Der BHC hat ein fantastisches Spiel gegen Magdeburg gemacht. Lasse Andersson hatte es vor dem Spiel heute gesagt, dass wenn wir bei uns bleiben und uns draußen nicht von anderen Begebenheiten in irgendeiner Form beeinflussen lassen, dann haben wir die Qualität und müssen es schaffen die Emotionen, die der BHC hat, gleichzusetzen mit den Emotionen, die wir haben. Das ist uns von Anfang an gelungen. Da muss man sagen, dass wir die Qualität haben, solche Spiele zu gewinnen und von vorneweg zu spielen. Es hat mich sehr gefreut, dass das funktioniert hat. Der BHC spielt eine fantastische HBL-Saison und hat gezeigt, dass wenn wir sie gelassen hätten, sie bereit gewesen wären.“
Füchse Berlin: Ludwig (1 Parade), Milosavljev (13); Darj (2), Prantner (1), Andersson (10), Ariño (3), Grøndahl (4/4), Lichtlein (3), Gidsel (9), Freihöfer (1), Cehte, Pichiri, Langhoff, Herburger, av Teigum (6), Marsenić (3).
Bergischer HC: Rudeck (3 Paraden), Diedrich (6); Beyer (6/4), Becher (1), Hangstein (6), Babarskas, Kooij, Babak, Massoud, Voss-Fels (1), Thiele, Morante Maldonado (1), Fuchs (5), Seesing (4), Steinhaus (5), Wasielewski (4).