Es war für den Welthandballer Mathias Gidsel ein historisches Spiel. Mit seinem 1003. Feldtor in der Bundesliga hat er im Ranking der Füchse Berlin den bisherigen Rekordhalter Fabian Wiede überholt. Grund zur Freude war allerdings nach der Partie nicht. Der Deutsche Pokalsieger verlor beim Deutschen Meister SC Magdeburg mit 32:36 (14:13). Am 2. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga war es in der Getec Arena ein engagierter Auftritt, doch vor allem nach dem Wendepunkt zur Halbzeit war nichts zu holen für die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau. Kurz vor dem Seitenwechsel waren die Hauptstädter auf Plus drei davongezogen, ließen den Vorsprung allerdings bis zur Halbzeitsirene schrumpfen und verloren dabei noch Frederik Simak nach einer roten Karte.
Bester Werfer in den Reihen der Füchse war indes ebenfalls Gidsel mit sieben Treffern. Auch Mijajlo Marsenić und Matthes Langhoff zeigten sich mit je sechs Buden in Torlaune. Zwischen den Pfosten brillierte Lasse Ludwig mit zehn Paraden, doch auch der ehemalige Jungfuchs konnte nicht verhindern, dass die Magdeburger gegen das Team ohne Mittelblock-Akteuer Simak immer mehr davonzogen. Immer wieder keimte ein kleiner Hoffnungsschimmer auf, doch dieser wurde gleichermaßen auch immer wieder erstickt. So stehen die Berliner mit 2:2 Punkten da, am Sonntag geht es bereits in Stuttgart weiter in „der stärksten Liga der Welt“.
So verlief das Spiel in Magdeburg
In die Partie starteten die Füchse Berlin mit dem Sieben-gegen-Sechs im Angriff und fanden am Ende des ersten Versuchs Kreisläufer Mijajlo Marsenić, der die 1:0-Führung für die Gäste aus der Hauptstadt brachte. Weil zwischendurch Tim Freihöfer aber mit seinem Siebenmeter scheiterte, drehte der SC Magdeburg in der heimischen Getec Arena den Spielstand prompt zu seinen Gunsten. Mit viel Durchsetzungsvermögen gab Matthes Langhoff die passende Antwort. Mit seiner ersten Parade steuerte Torhüter Lasse Ludwig seinen Teil zur Partie bei, doch seine Vordermänner brachten den Ball nicht im gegnerischen Gehäuse unter, sodass sie weiter dem Rückstand hinterherliefen, nach zwölf Minuten war es ein 2:5. Dass Max Darj nach gut 14 Zeigerumdrehungen – nach tollem Anspiel von Mathias Gidsel, der diesen hinter seinem Rücken initiierte – erst den vierten Füchse-Treffer markierte, zeugte von einer starken Leistung des SCM-Keepers Matej Mandić.
Nach einer Viertelstunde trug sich derweil auch Tobias Grøndahl in die Torschützenliste ein, kurz darauf war es Langhoff, der per Winkelwurf auf 6:7 verkürzte (17.). Der Mann mit der Trikotnummer 25 war es daraufhin wieder, diesmal mit einer Wucht zum Ausgleich. Konsequent zogen die Berliner ihr Sieben-gegen-Sechs in der Offensive durch, indes verwandelte Freihöfer seinen zweiten Siebenmeter. Nach Ludwigs nächster Tat besorgte Gidsel über den Innenpfosten die erneute Führung für die Füchse – 9:8 (23.). Dies bewegte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert zu seiner ersten Auszeit. Wieder der Ex-Jungfuchs Ludwig zwischen den Pfosten mit einer Parade und Freihöfer mit dem Tor vom Strich erhöhten sogar auf 10:8 (24.). Nach toller Abwehrarbeit rollte der Gegenstoß, den Grøndahl beim freien Wurf erfolgreich zum erstmaligen Plus drei nutzte. Mit seinem 1003. Feldtor für die Füchse Berlin in der Bundesliga half Mathias Gidsel nicht nur dem Spielstand in der 28. Minute, damit ist er nun auch Rekordhalter des Clubs in dieser Kategorie.
In die Kabine ging es mit einem Tor Vorsprung, 14:13. Allerdings sah Frederik Simak kurz vor dem Seitenwechsel die rote Karte, wodurch die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau geschwächt in den zweiten Durchgang ging. Das erste Zeichen der Gegenwehr lieferte indes der eingewechselte Torhüter Andreas Palicka, der direkt einen Siebenmeter entschärfte. Weil es offensiv aber nicht mit einem Torerfolg klappte, glich der SC Magdeburg nach zweieinhalb Minuten in Halbzeit zwei zum 18:18 aus. Einmal mehr hatte mit viel Willen Langhoff die Antwort parat. Nachdem die Gastgeber die Führung aber wieder gewinnen konnten, stellte Hákun West av Teigum auf Pari-Pari. Infolgedessen entglitt die Kontrolle allerdings und die Füchse mussten sich dem Minus fünf stellen. Knapp 20 Minuten vor dem Spielende nahm Krickau deshalb die Auszeit.
Gidsel setzte sich im Eins-gegen-Eins infolgedessen stark durch, doch direkt handelten die Hausherren schnell und vollendeten in das verwaiste Tor. Marsenić mit einem Doppelschlag inklusive Steal unterbrach den Magdeburger Flow immerhin ein wenig. Während auch der zweite SCM-Keeper Dominik Kuzmanović immer wieder seine Hände an den Ball bekam, konnte Freihöfer diese umspielen (46.). Dennoch war es ein 23:27. Ein Comeback konnten die Füchse nicht mehr starten, am Ende stand ein 32:36 zu Buche. Weiter geht es für die Berliner direkt in drei Tagen. Am Sonntag, 6. September, steht in der Opel Handball-Bundesliga das Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart an. Anwurf in der Porsche Arena ist um 16.30 Uhr,
Dyn überträgt live.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Ich bin zufrieden mit unserer Leistung. Ich finde wir haben uns über die kompletten 60 Minuten hinweg sehr kämpferisch präsentiert. Wir waren in der ersten Hälfte in der Abwehr unfassbar gut. Mit dem Sieben-gegen-Sechs hatten wir eine starke Kontrolle im Spiel. Die rote Karte von Freddy kurz vor der Pause tat uns dann natürlich weh. Gemeinsam mit Marsa und Lasse hatte er das in der Deckung super gemacht. Im zweiten Durchgang waren es dann die Kleinigkeiten, die uns in Schwierigkeiten gebracht haben. Trotz allem geht unser Blick nach vorne. Im Hinblick auf die Partie in Stuttgart wollen wir uns gut vorbereiten.“
Füchse Berlin: Ludwig (10 Paraden), Palicka (1); Darj (1), Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (5/1), Gidsel (7), Freihöfer (4/3), Pichiri, Langhoff (6), Kusche, av Teigum (3), Marsenić (6).
SC Magdeburg: Kuzmanović (6 Paraden), Mandić (3); Elze, Hensen, Musche (4/3), Claar (6), Thielicke, Kristjansson (5), Pettersson (1), Serradilla, Jónsson (1), Weber (2), Lagergren (7), Mertens (3), Saugstrup (7), Bergendahl.