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06.09.2026|Spielbericht|pg

Vorgezogener Krimi am Sonntag-Nachmittag

Beim TVB Stuttgart konnten die Füchse Berlin am 3. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga in einer packenden Crunchtime zwei wichtige Auswärtspunkte mit in die Bundeshauptstadt nehmen. Nach einer nervenaufreibenden Schlussphase können die Berliner auf ein 34:33 (16:15) blicken. Lasse Ludwig hielt in den letzten Sekunden den Erfolg durch seine 13. Parade fest.

Eine fesselnde Crunchtime erlebten die Füchse Berlin am 3. Spieltag der Opel-HBL.
© Bildnachweis: Weller

Die Füchse Berlin verabschieden sich mit einem positiven Gefühl aus dieser Woche. Nachdem der TVB Stuttgart lange auf Augenhöhe agierte und mit dem letzten Angriff der Begegnung die Möglichkeit auf den Ausgleich hatte, zeigte ein Berliner Akteur keine Nerven. Lasse Ludwig stand perfekt, konnte den letzten Wurf der Schwaben vereiteln und hatte mit seinen insgesamt 13 Paraden einen elementaren Anteil am Auswärtssieg in der Porsche-Arena. Der amtierende DHB-Pokalsieger konnte dadurch nach der Niederlage vor drei Tagen beim SC Magdeburg wieder in die Erfolgsspur finden.

Einen maßgeblichen Anteil daran hatte neben Ludwig auch einmal mehr Mathias Gidsel. Der Däne präsentierte sich als bester Werfer des Aufeinandertreffens und netzte die Kugel insgesamt neunmal ins gegnerische Gehäuse ein. Auch das Duo auf den Außenpositionen um Aitor Ariño sowie Hákun West av Teigum zeigte sich in Torlaune, beide glänzten mit sechs Buden. Der spanische Athlet kann dabei zusätzlich eine hundertprozentige Wurfquote nachweisen. So steht das Team von Trainer Nicolej Krickau nach drei Spieltagen mit 4:2 Punkten in „der stärksten Liga der Welt“ dar.

Die 60 Minuten im Überblick

Etwas schwerfällig starteten die Füchse Berlin in die Partie gegen den TVB Stuttgart. Nach fünf Spielminuten waren erfolgreiche Situationen rar gesät. Nach zwei Paraden von Lasse Ludwig war es Aitor Ariño, der seiner Mannschaft das erste Tor bescherte (6.). Sein Teamkollege Hákun West av Teigum konnte wenig später auf der gegenüberliegenden Außenposition zum 2:3 verkürzen. Mathias Gidsel sorgte für den ersten Durchbruch aus dem Rückraum und stellte auf 3:4. Ein echtes Ausrufezeichen setzte Ludwig in Minute zehn, als er den freien Gegenstoß vom ehemaligen Jungfuchs Torben Matzken vereitelte. Dem spitzen Winkel trotzend stellte av Teigum zwei Minuten später auf Gleichstand zum 5:5. Tobias Grøndahls berühmter Schlagwurf kam kurz darauf erfolgreich zum Vorschein. Das Raunen in der Porsche-Arena war unüberhörbar gewesen.

Für die erste Führung der Füchse war Gidsel verantwortlich, der sich die Chance im Konter nicht nehmen ließ. Nachdem sein erster Versuch scheiterte, ließ sich Grøndahl in seinem zweiten Siebenmeter-Anlauf nicht lumpen und konnte Stuttgarts Torhüter Mohamed El-Tayar überwinden (15.). In einer torreichen ersten Viertelstunde glänzte Ariño, der in seinem Startsieben-Debüt in dieser Saison aus vier Versuchen den Ball viermal ins gegnerische Gehäuse einnetzte. In der Defensive konnte Ludwig immer wieder Akzente setzen, nahm unter anderem den freien Wurf von Mohamed Darmoul weg. Eine diszipliniert verteidigende Deckung eröffnete die Möglichkeiten für das Tempospiel, welches av Teigum par exellence zum 13:12 vollendete (23.). Der dreimalige Welthandballer, der ins leere Tor traf sowie Matthes Langhoff aus dem linken Rückraum markierten die 16:15-Halbzeitführung.

Kurz nach dem Anpfiff des zweiten Durchgangs bekamen die Akteure eine zusätzlich verlängerte Pause – technische Probleme an der Hallenuhr sorgten für eine kleine Verzögerung. Nachdem diese überwunden wurde, konnte Gidsel durch das 17:15 für die sportlich erste nennenswerte Aktion in Halbzeit Nummer zwei sorgen. Dieser ging auch in den folgenden Momenten im Angriff dorthin, wo es weh tut und erkämpfte sich den Strafwurf, welchen Grøndahl jedoch nicht im Tor unterbringen konnte (35.). Die dänische Nummer 19 nutzte wie schon in der ersten Hälfte das leere Tor der Schwaben aus, wobei er zum 21:19 netzte. Auch Ludwig machte nach der Pause dort weiter, wo er aufgehört hatte, erneut blieb er der sehenswerte Sieger im Duell gegen Darmoul (39.). Per Steal sowie darauffolgend der Wurf ins verwaiste Gastgeber-Tor sorgte Ariño für die erste Drei-Tore-Führung. In der Abfolge: Block Kapitän Max Darj, Parade Ludwig und im Angriff ein zauberhafter Dreher von Langhoff wurde der Vorsprung zum 24:20 um ein weiteres Tor erhöht. Wie im Lehrbuch räumten die Bundeshauptstädter wenig später für av Teigum ab, der sich keine Blöße gab.

Die letzte Viertelstunde der Begegnung läutete Tim Freihöfer per Siebenmeter ein und stellte in seiner ersten Szene der Partie auf 27:23. Einen schwierigen Wurf ließ Gidsel im Folgeangriff erneut spielerisch leicht aussehen und konnte sein Können unter Beweis stellen. Im Aufeinandertreffen vom Strich blieb Freihöfer gegen El-Tayar erneut der Sieger. Per Pirouette ließ Grøndahl zehn Minuten vor dem Spielende das Tor des Tages zum 30:26 entstehen. Nach einer beachtlichen Passstafette war es ebenfalls der Norweger, der den Angriff der Berliner vergoldete. Stuttgart verkürzte den Rückstand noch einmal auf einen Treffer, jedoch konnte Langhoff nach der Auszeit von Trainer Nicolej Krickau auf 33:31 stellen (55.). In der Crunchtime übernahm unter anderem Darj Verantwortung und trug sich ebenfalls in die Torschützenliste ein. Als die Männer vom Neckar die Möglichkeit auf den Ausgleich hatten, behielt besonders die Nummer eins des Hauptstadt-Clubs einen kühlen Kopf. Einen wichtigen Ball hielt Ludwig drei Minuten vor dem Ende. Dieser war es auch, der fünf Sekunden vor dem Ende das Spielgerät nach dem Wurf von Darmoul zum 34:33 festhielt.

Das Programm der nächsten Woche

Weiter geht es für die Füchse mit dem Aufschlag der EHF Champions League am kommenden Donnerstag, 10. September, ab 18.45 Uhr auswärts bei RK Partizan AdmiralBet. Dyn überträgt live. In Belgrad wartet eine laute Arena. Wenige Tage später folgt in der Opel Handball-Bundesliga am Sonntag, 13. September, um 18 Uhr das nächste Heimspiel gegen den VfL Gummersbach. Tickets für das Duell in der Max Schmeling-Halle sind hier erhältlich.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte. Es war das erwartet schwierige Duell. Unser Spiel im Sechs-gegen-Sechs war in Ordnung. Unsere Kontrolle über das Spiel war nicht perfekt, trotzdem haben wir versucht das Beste daraus zu machen. Aber Stuttgarts 3:0-Lauf hat uns in den letzten Minuten natürlich wehgetan. Wir sind froh über unseren Sieg. Ein Lob geht heute auch an Mathias Gidsel, er hat eine hervorragende Leistung gezeigt und nie aufgegeben, auch wenn er in gewissen Situationen mal nicht mit einem Tor belohnt wurde.“

Füchse Berlin: Ludwig (13 Paraden), Palicka; Darj (1), Prantner, Simak, Ariño (6), Grøndahl (5/1), Gidsel (9), Freihöfer (2/2), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel, av Teigum (6), Marsenić (1).

TVB Stuttgart: Kornecki (3 Paraden), El-Tayar (7); Max Häfner (3), Lien (7), Heydecke, Mengon (5), Röthlisberger, Schmid, Matzken (3), Zieker (3), Meyer, Kai Häfner (8/6), Donker, Nigg, Darmoul (4).




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