8201 Zuschauer im Fuchsbau sahen, wie der junge deutsche Keeper glänzte und feierten ihn mehrmals ab. Offensiv war ein deutsch-dänisches Duo bestens aufgelegt: Tim Freihöfer und Mathias Gidsel trafen jeweils neunmal. Ersterer zeigte auch beim Siebenmeter keine Nerven, Letzterer spielte trotz Krankheit überragend auf. Allesamt rissen sie die Max-Schmeling-Halle mit und konnten so den zweiten Heimsieg in Folge feiern, nach dem 33:28 (16:13) gegen den VfL Gummersbach haben die Füchse Berlin nun sechs Punkte auf dem Konto.
Zu Beginn kamen die Gäste um Ex-Fuchs Miro Schluroff super in die Gänge und hatten zunächst die Oberhand gewonnen, doch schnell fingen sich die Berliner und konnten den Spielstand nach acht Minuten wieder ausgleichen. Hákun West av Teigum drehte diesen komplett zugunsten der Hauptstädter. Der Färinger sowie Matthes Langhoff feierten innerhalb dieser 60 Minuten dasselbe Jubiläum: sie warfen je ihr 200. Tor in der Opel Handball-Bundesliga. An diesem 4. Spieltag ließen die Füchse nichts mehr anbrennen und gewannen am Ende dank eines aufopferungsvollen Kampfes.
So verliefen die 60 Minuten
Die erste Führung ging an die Gäste des VfL Gummersbach, doch Tim Freihöfer hatte für die Füchse Berlin per Siebenmeter die Antwort darauf parat (4.). Weil in der Anfangsphase Ex-Fuchs Miro Schluroff aber in Trefferlaune war, mussten die Hauptstädter in der heimischen Max-Schmeling-Halle dem Rückstand hinterherlaufen. Mathias Gidsel und erneut Freihöfer, diesmal aus dem Spiel heraus, netzten ein. Gidsels nächstes Tor, Lasse Ludwigs Parade und die Bude von Hákun West av Teigum brachten nach acht Minuten den 5:5-Ausgleich. Kurz darauf stellte der Färinger sogar auf Plus eins, nachdem in der Abwehr Max Darj einen Block verzeichnete. Freihöfer und Gidsel erhöhten, ohne dass die Gummersbacher treffen konnten, sodass deren Coach Guðjón Valur Sigurðsson die erste Auszeit nahm. Das Momentum nahm erst einmal aber Ludwig mit einem ganz hohen Bein weg – und dann direkt mit der nächsten Parade im nächsten Angriff des VfL.
Nach einer knappen Viertelstunde stellte Freihöfer auf 9:5. Ein überragender Ludwig wurde dann auch noch zum Siebenmeter-Killer, sodass Gidsel es zweistellig machte. Mit einer weiter starken Defensivarbeit hielten die Füchse den Abstand weitestgehend komfortabel. Jubiläum: Mit seinem 200. Bundesliga-Tor markierte av Teigum das 13:7 (23.). Infolgedessen waren die Gäste aus dem Oberbergischen ein wenig im Aufwind, doch Tobias Grøndhal setzte gut drei Minuten vor der Halbzeit noch einmal ein Zeichen und versenkte zum 14:10. In die Kabine ging es für den hervorragenden Ludwig und Co. mit einem 16:13, die Berliner führten im heimischen Fuchsbau vor einer tollen Kulisse 8201 Zuschauern.
Durchgang zwei eröffnete Gidsel, Ludwig machte dort weiter, wo er aufgehört hatte, wodurch Grøndahl auf 18:13 stellen konnte (32.). Nach knapp 36 Minuten machte Matthes Langhoff die 20 voll, indem er sich auf Halblinks stark durchsetzte und das Spielgerät dann im Winkel unterbrachte. Mit schönen Wacklern nahm sich Grøndahl wenig später erfolgreich den Wurf. In der Abwehr war dann nach einem ungekrönten Angriff wieder Langhoff zur Stelle und verteidigte mit voller Leidenschaft, eine Viertelstunde vor dem Spielende durfte auch der deutsche Nationalspieler auch sein 200. HBL-Tor bejubeln. Zuvor war Ludwig erneut mehrmals der Spielverderber.
Nachdem der Anschluss bereits ohne Erfolg genommen wurde, agierte Grøndahl blitzschnell, schnappte sich den Ball und passte ihn zu Freihöfer, der zum 26:22 vollendete (51.), nur eine Zeigerumdrehung später war er vom Strich aus erfolgreich. Zum Ende hin blieben die Füchse Berlin konzentriert und wie gewohnt auf dem Gaspedal. Mit Tempospiel und der Coolness in der Crunchtime ließen sie nichts mehr anbrennen. Aymeric Zaepfel feierte zudem sein Heim-Debüt und netzte sofort ein. Nach 60 Minuten stand ein 33:28 zu Buche, es waren die Punkte fünf und sechs für die Tabelle nach vier Spielen. Zuhause war es nach dem Erfolg gegen Melsungen also der zweite Heimsieg in Folge.
In drei Tagen wieder Fuchsbau
Schon an diesem Mittwoch, 16. September, geht es wieder heiß her in der Max-Schmeling-Halle. Dann empfangen die Füchse Berlin in der EHF Champions League den Topclub One Veszprém HC. Anwurf ist um 20.45 Uhr,
Tickets sind hier erhältlich. In der Opel Handball-Bundesliga geht es als nächstes am Sonntag, 20. September, zum Bergischen HC (15 Uhr).
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Es war, wie immer gegen Gummersbach, ein unfassbares Handballspiel. Im Handball gibt es viele Kleinigkeiten, auf die man achten muss, aber manchmal ist es doch relativ simpel erklärt. Im heutigen Fall ist es Lasse Ludwig, den man nennen muss. Seine Leistung spricht für sich. Das Zusammenspiel zwischen unserer Abwehr und Lasse hat uns von Beginn an einen enormen Energieschub gegeben. Das hat die Voraussetzungen zum Erfolg geebnet. Auch bin ich froh, dass unsere Siebenmeter-Quote sich heute deutlich effektiver gestaltet hat als in den ersten Partien. Ein Lob auch an Hákun und Tim, sie waren heute mental voll da. Ich bin sehr glücklich über unseren Sieg.“
Füchse Berlin: Ludwig (15 Paraden), Palicka; Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (3), Gidsel (9), Freihöfer (9/5), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel (1), av Teigum (6), Marsenić (1).
VfL Gummersbach: Biosca (1 Parade), Obling (11); Vidarsson (2), Kodrin (2), Vujović, Blohme (3), Dujshebaev (6), Schluroff (5), Hallbäck, Roganović (5), Horzen (3), Smits (2), Sindrason, Zeman.