Die Hala Aleksandar Nikolic in der serbischen Hauptstadt hat an diesem Donnerstagabend eine wahre Fabel-Vorstellung des Deutschen Pokalsiegers erlebt. Mit dem entscheidenden Vorteil im Tempogegenstoß-Spiel und einer stabilen Abwehrleistung inklusive einiger Paraden des Torhüters Andreas Palicka haben die Füchse Berlin keinen Zweifel aufkommen lassen, die ersten Punkte in der Gruppenphase der Königsklasse einzufahren – und das, obwohl erst nach viereinhalb Minuten der erste Treffer gelang. Beste Werfer der Deutschen beim 44:33 (23:15) gegen den RK Partizan AdmiralBet waren Mathias Gidsel mit neun Toren, Tobias Grøndahl (acht) und Leo Prantner (sieben).
Letzterer, der italienische Rechtsaußen, brachte gemeinsam mit Linksaußen Aitor Ariño eine solide Flügelzange zum Vorschein. Auch der serbische Kreisläufer Mijajlo Marsenic konnte mit fünf Treffern an seiner alten Wirkungsstätte überzeugen. Am 1. Spieltag der EHF Champions League wurde auch Palicka mit 13 Paraden zu einem wichtigen Bestandteil für die ersten zwei Punkte. Derweil feierte der Jungfuchs Julian Kusche ein Profi-Debüt und konnte sogleich doppelt einnetzen. Aymeric Zaepfel wiederum verbrachte nach seinem kurzfristigen Transfer am vergangenen Wochenende nun die ersten Minuten auf der Platte für seinen neuen Verein – auch der Franzose war zweimal erfolgreich. Gidsel überragte indes mit 13 Assists.
So verliefen die 60 Minuten in Belgrad
Mit einer Parade eröffnete Torhüter Andreas Palicka die Partie, doch seine Vordermänner der Füchse Berlin schlugen keinen Profit daraus. Auch die Mannen des RK Partizan AdmiralBet trafen lange Zeit nicht, nach vier Minuten erlöste Milija Papović die serbischen Hausherren allerdings. Als sich der Sekundenzeiger daraufhin um 180 Grad drehte, markierte Leo Prantner den ersten Treffer der deutschen Gäste. Matthes Langhoff legte einen sehenswerten Dreher hinterher, ehe Partizan wieder die Führung zurückeroberte. Doch ein starker Palicka, der unter anderem einen Prantner-Treffer auflegte, half innerhalb eines 6:0-Laufs mit seinen Taten, sodass sich die Füchse absetzen konnten. Nach einer Viertelstunde war es Mathias Gidsel, der auf 12:6 stellte. Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse, Palicka und einer stabilen Abwehr sei Dank.
Bereits in der 12. Minute durfte sich Mijajlo Marsenić an seiner alten Wirkungsstätte in die Torschützenliste eintragen. Später war es wieder der serbische Kreisläufer, der diesmal von Aymeric Zaepfel in Szene gesetzt wurde. Dies nur wenige Sekunden nachdem der Franzose erstmals die Platte als Füchse-Profi betrat. Aitor Ariño war ebenfalls nach einem Zaepfel-Pass erfolgreich (23.), doch die Führung der Berliner schmolz ein wenig in dieser zweiten Phase des ersten Durchgangs. Tobias Grøndahl stellte mit seinem Siebenmeter jedoch auf 18:11 (24.). Mit viel Tempospiel fanden die Deutschen wieder komplett in die Spur, per Heber erhöhte Prantner auf Plus neun. Mit einem 23:15 ging es in die Katakomben der Hala Aleksandar Nikolic in Belgrad.
Nach dem Seitenwechsel vereitelten die Füchse zwar ihren ersten Angriff, dann schnappte sich Langhoff am gegnerischen Neun-Meter-Kreis beim Abspiel Partizans den Ball und legte das nächste Tor nach. Mit einem 3:0-Lauf ging es in die zweite Halbzeit und damit bauten die Berliner ihren Vorsprung aus. Ins leere Tor machte indes Lauro Pichiri die 30 voll (38.). Der amtierende Deutsche Pokalsieger blieb beim Serbischen Meister auf dem Gaspedal und konnte so konstant mit komfortablem Puffer bleiben, Grøndahl markierte das 33:21 (42.). Kurz darauf setzte sich Zaepfel wiederum im Eins-gegen-Eins mit einem netten Tänzchen durch und durfte seinen ersten Treffer als Spieler der Füchse Berlin bejubeln.
Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende durfte dann auch Jungfuchs Julian Kusche, der für gewöhnlich bei der zweiten Mannschaft in der 3. Liga aufläuft, aber die komplette Vorbereitung mit den Bundesliga-Stars absolvierte, sein Profi-Debüt feiern. Bei seiner Premiere in der EHF Champions League konnte sich der 20 Jahre alte Rückraumspieler in der 52. Minute zudem mit einem Treffer belohnen. Währenddessen trafen die Außenspieler Ariño und Prantner weiter, sodass nach dem Spielende ein 44:33 die Anzeigetafel zierte.
So geht es weiter für die Füchse Berlin
Am morgigen Freitag reist der Tross der Füchse Berlin zurück in die deutsche Hauptstadt. Dort stehen zwei Heimspiele in Folge an. An diesem Sonntag, 13. September, gastiert der VfL Gummersbach im Rahmen des 4. Spieltags der Opel Handball-Bundesliga in der Max-Schmeling-Halle. Anwurf ist um 18 Uhr,
Tickets sind hier erhältlich. In der EHF Champions League wartet am kommenden Mittwoch, 16. September, der nächste Spieltag und damit das erste Heimspiel in der aktuellen Königsklassen-Saison. Von 20.45 Uhr an kommt es mit dem Gegner One Veszprém HC zum absoluten Topspiel und der Wiederauflage des Viertelfinal-Krimis der Vorsaison. Wer noch einmal einen Handball-Thriller erleben möchte,
sollte sich nun seinen Platz sichern.
Stimmen und Statistiken
Trainer Nicolej Krickau: „Wir sind glücklich darüber, dass Handball zurück in Belgrad ist. Über den guten Start in die EHF Champions League sind wir sehr froh. Mijajlo Marsenić und Max Darj haben einen tollen Job gemacht, Yoav Lumbroso zu verteidigen. Das hat uns die Tempogegenstöße ermöglicht, die uns sehr geholfen haben. Die Spielkontrolle ab Minute 15 war wichtig.“
Kreisläufer und Ex-Partizan-Spieler Mijajlo Marsenić: „Es war ein Privileg für mich, vor diesen Fans spielen zu dürfen. Ich und meine Familie wurden generell herzlich empfangen. Wir haben heute von Beginn an konzentriert gespielt. Vielleicht hat unsere Erfahrung in solchen Spielen den Unterschied gemacht.“
RK Partizan AdmiralBet: Trnavac (3 Paraden), Cordalija (6); Sánchez-Migallón, Crnoglavac (6/5), Šotić, Mirkovic, Ivanov (1), Kulesh (6), Abutović, Sijan, Mićić (4), Wagner (6), Lumbroso (5), Papović (1), Andjelkovic (1), Damnjanović (3).
Füchse Berlin: Ludwig, Palicka (13 Paraden); Darj (1), Prantner (7), Simak (1), Ariño (5), Grøndahl (8/3), Gidsel (9), Freihöfer, Pichiri (2), Langhoff (2), Zaepfel (2), Kusche (2), av Teigum, Marsenić (5).