Zu Beginn der Partie war es ausgeglichen zwischen den beiden Mannschaften, die sich im Viertelfinale der Vorsaison einen wahren Krimi leisteten. Doch bereits in der ersten Halbzeit verloren die Füchse Berlin den Faden, sodass One Veszprém HC mit einem Rückstand in die Kabine ging. Nach dem Seitenwechsel fanden die Hauptstädter wieder in die Spur und kamen bis auf einen Treffer heran, doch das Momentum schwappte nicht über. Am Ende mussten sie sich den Ungarn 29:35 (16:21) geschlagen geben und stehen in der EHF Champions League mit 2:2 Punkten da.
7732 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sahen, wie die Füchse sich nie aufgaben, und dennoch aber auch nicht den entscheidenden Funken zum Drehen des Spielstands entfachen konnten. 21 Gegentore zur Halbzeit zeugten bereits von einer schwachen Abwehrleistung, auch offensiv gelangen bei Weitem nicht alle Angriffsversuche. Mathias Gidsel konnte mit zehn Toren immerhin auftrumpfen, ansonsten ließ die Abschlussschwäche einiges auf der Strecke. Dennoch gilt es nun, die Niederlage des Mittwochabends abzuhaken.
Das Spiel im Verlauf
Die Gäste von One Veszprém HC fanden besser in die Partie, Hugo Descat verwandelte seinen Siebenmeter. Torhüter Lasse Ludwig verhinderte dann mit seiner ersten Parade, dass die Ungarn mit 2:0 in Führung gingen. Stattdessen glich Hákun West av Teigum für die Füchse Berlin aus. Zu Beginn war es ein enger Schlagabtausch, für die Gastgeber in der Max-Schmeling-Halle trafen erneut der Färinger, Mathias Gidsel und Tim Freihöfer per Siebenmeter. Weil Veszpréms Keeper Emil Nielsen stark aufspielte, konnten sich die Gäste allerdings ein wenig absetzen, die Deutschen sahen sich in der 14. Minute einem Minus drei entgegenstehen, 6:9. Nach einem technischen Fehler der Füchse in ihrem Angriff erhöhten Ahmed Hesham und Yehia Elderaa sogar auf 6:11 aus Sicht der Füchse.
Nach knapp 20 Minuten lagen die Berliner sogar mit sechs Toren zurück. Nachdem Matthes Langhoff aber erst im Gesicht getroffen wurde, netzte er als Antwort prompt ein. In schwedischer Kombination kamen die Füchse auf 11:15 heran (24.). Andreas Palicka parierte im Tor, dann ging es schnell und gegenüber verwandelte der Kapitän Max Darj. Mit einer offensiven Abwehr in Manndeckung versuchte Berlins Trainer Nicolej Krickau die Ungarn aus dem Konzept zu bringen, im Angriff mussten sich seine Mannen durchkämpfen – dies gelang Gidsel (24.) und Tobias Grøndahl (25.). Der Norweger sorgte mit einem schwierigen Anspiel unter Bedrängnis auf Freihöfer für Aufsehen, zur Halbzeit lagen die Hauptstädter gegen Veszprém mit 16:21 zurück.
Aus der Kabine kommend traf erst Gidsel, dann parierte Palicka und wieder der dänische Welthandballer verkürzte auf Minus drei, nachdem Langhoff den Ball in der eigenen Hälfte eroberte. Infolgedessen zwangen die Füchse Veszprém immer wieder zu unerfolgreichen Angriffen, selbst schlichen sich aber ebenfalls Fehler ein, sodass ein näheres Herankommen zunächst nicht Realität wurde. Auch eine weitere Parade Palickas in doppelter Unterzahl nutzten seine Teamkollegen nach Auffüllen der Spieler nicht. Block Mijajlo Marsenić, Parade Palicka, schnelles Spiel von Aitor Ariño, ein Pass hinter dem Rücken Gidsels und av Teigums Kaltschäuzigkeit brachten die Füchse heran, Marsenić auf das leere Tor stellte das Minus eins her. Weil sich der Fuchsbau benachteiligt fühlte, machten die Fans auf den Rängen richtig Lärm.
Das Momentum schwappte jedoch nicht über, wenige Ungenauigkeiten reichten, dass die Veszprémer mit vier Toren wieder davonzogen. Zwar wehrte sich der Deutsche Pokalsieger unter anderem mit einem Wurf Langhoffs, der über dem Kopf Nielsens einschlug (55.), doch der Lucky Punch blieb aus. Am Ende mussten sich die Berliner mit 29:35 geschlagen geben. Ehe es in der kommenden Woche zur IHF Club-Weltmeisterschaft geht, reist die Mannschaft der Füchse Berlin an diesem Sonntag, 20. September, nach Düsseldorf, um im Rahmen des 5. Spieltags der Opel Handball-Bundesliga beim Bergischen HC anzutreten. Anwurf ist um 15 Uhr.
Stimmen und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Veszprém war heute eindeutig besser als wir. Wir sind – zwar nicht oft, aber heute – sehr enttäuscht über unsere Leistung, insbesondere zu Beginn des Spiels. Wir waren bei Weitem nicht auf dem erforderlichen Niveau, und Veszprém hat diesen Vorsprung ausgenutzt. Der Sieg war also völlig verdient. Das hat heute definitiv nicht gereicht.“
Spieler Matthes Langhoff: „Wir haben keinen guten Start und die Energie war nicht da, wo sie in einem Heimspiel gegen Veszprém sein muss. Wir haben es dann besser gemacht, aber es ist enorm schwer, gegen so eine Mannschaft von so hoher Qualität einen Rückstand aufzuholen. Wir hatten aber die Möglichkeiten, doch kleine Situationen machen es aus, dass wir nicht näher herankommen oder ausgleichen.“
Füchse Berlin: Ludwig (2 Paraden), Palicka (10); Darj (1), Prantner, Simak (1), Ariño, Grøndahl (3/1), Gidsel (10), Freihöfer (3/2), Pichiri, Langhoff (5), Zaepfel, Kusche, av Teigum (5), Marsenić (1).
One Veszprém HC: Appelgren (1 Parade), Nielsen (10); Gonçalves dos Santos, Martinović (4), Descat (9/7), Barna, Hesham (7), Ligetvári, Lenne (4), Elderaa (2), Dodić (1), Pechmalbec (3), Gánc-Peto, Mesilhy (2), Zeinelabedin Ali (3), Imre.