Die erste Halbzeit gehörte eindeutig Tobias Grøndahl, die zweite definitiv Mathias Gidsel. Letzterer kam nach 60 Minuten auf elf Tore, sein norwegischer Teamkollege auf zehn Treffer. Den besten HPI (Handball Performance Index) heimste sich unter anderem mit fünf Assists Matthes Langhoff ein – 93 von 100. Defensiv sorgte Frederik Simak mit zwei Blocks innerhalb weniger Sekunden für Aufsehen. Lasse Ludwig parierte indes neun gegnerische Würfe, nachdem sein Torhüter-Partner Andreas Palicka früh mit einer Verletzung an der Hand aus dem Spielgeschehen ausschied. Insgesamt konnten sich einige Akteure der Füchse Berlin hervortun und am Ende den Auswärtserfolg beim Bergischen HC feiern.
Beim 37:26 (15:9) in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf durfte zudem Jungfuchs Julian Kusche zum ersten Mal in der Opel Handball-Bundesliga auflaufen – und traf an diesem 5. Spieltag auch direkt. Im ersten Durchgang standen die Füchse defensiv stabil, ließen nur neun Treffer des BHC zu, Grøndahl hatte da bereits selbst schon acht Tore erzielt. Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren noch einmal auf und auf drei Treffer heran, doch dann legte der Hauptstadt-Club den Schalter um und hörte nicht auf. Am Ende waren es elf Buden Differenz, die den vierten Sieg im fünften Spiel bedeuteten. In der HBL festigt das Team von Trainer Nicolej Krickau damit den vierten Platz und darf sich nun auf die ab Freitag stattfindende IHF Club-Weltmeisterschaft freuen.
Das Auswärtsspiel im Detail
Tobias Grøndahl konnte gegen den BHC-Torhüter Kristian van der Merwe, der oft beim Siebenmeter stark pariert hatte in dieser Saison, den Auftakt vom Strich aus machen (3.). Kurz darauf war es dasselbe Bild des Norwegers, sodass er die Füchse Berlin beim Bergischen HC mit 2:0 in Front bringen konnte. Das erste Tor der Gastgeber in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle erzielte derweil Johannes Wasielewski nach erst gut fünf Minuten. Matthes Langhoff verbuchte indes den ersten Gästetreffer aus dem Spiel heraus (7.). Noch einmal Grøndahl und zweimal Mathias Gidsel stellten jeweils auf Plus drei – Letzterer, der dänische Welthandballer, darunter einmal sehenswert per Dreher. Nachdem er bereits zwei Paraden aufwies, musste allerdings Berlins Keeper Andreas Palicka wegen einer Verletzung an der linken Hand ausgewechselt werden, Lasse Ludwig ersetzte ihn.
Nachdem der darauffolgende Angriff ohne Erfolg blieb, setzte Grøndahl mit einem starken Durchbruch ein Zeichen. Seine drei Tore in Folge brachten die Füchse mit 9:5 in Führung. Kleine Fehler offensiv ließen den Vorsprung auf zwei Tore schmelzen, doch Ludwig war mehrmals im Weg, um das Plus eins zu verhindern. Matthes Langoff erhöhte stattdessen auf 11:8 (24.). Eine weitere Ludwig-Tat und der Tempogegenstoß mit Endstation Gidsel ließen den Puffer wieder anwachsen. Insgesamt funktionierte das Spiel auf dem Gaspedal besser, sodass Langhoff auf 14:9 stellte (28.). Mit einem Block beendete der deutsche Nationalspieler den ersten Durchgang auch, nachdem Grøndahl mit seinem bereits achten Treffer den 15:9-Halbzeitstand markierte. Die Defensive der Hauptstädter blieb stabil.
Direkt nach dem Seitenwechsel scheiterte Aitor Ariño noch, sodass der Bergische HC verkürzen konnte. Kurz darauf machte es der spanische Linksaußen besser, so auch sein italienisches Gegenüber Leo Prantner im nächsten Angriff. In der 35. Minute war es der Rechtaußen erneut und feierte mit dem 18:12 sein 100. Tor in der Bundesliga. Über gutes Kreisläuferspiel schafften es die Hausherren jedoch immer näher heran an den Deutschen Pokalsieger, gegen den sie in jenem Finalspiel im April verloren hatten. Langhoff konnte eine Antwort liefern, doch der BHC blieb mit seinem erstarkten Torhüter Christopher Rudeck, der seinen Vertrag kurz vor Spielbeginn verlängerte, dran – kam sogar bis auf drei Treffer heran.
Gegen den Schwung der Gastgeber konnten Ariño, Gidsel, Grøndahl und Max Darj den Füchsen immerhin etwas Luft verschaffen. Gidsel stellte auf Plus sieben, defensiv ließen er und seine Mitspieler auch nicht locker. Frederik Simak verbuchte rund um die 50. Minute herum gleich zwei Blocks innerhalb weniger Sekunden. Ariño schick und Aymeric Zaepfel legten mit Buden nach. Auch Jungfuchs Julian Kusche kam auf seine ersten Einsatzminuten in der Opel-Handball-Bundesliga und feierte sofort seinen Debüt-Treffer. Nachdem unter anderem Prantner per Heber auf Plus zehn erhöhte, durften die Berliner den 37:26-Erfolg feiern.
Nun geht es zur IHF Club-WM
Nach diesem Auswärtssieg ist erst einmal zwei Wochen Pause in der Opel Handball-Bundesliga. Es steht für die Füchse Berlin nämlich die IHF Club-Weltmeisterschaft in Ägypten an. Die erste Partie steigt am Freitag, 25. September, mit der Partie gegen den Burgan SC aus Kuwait um 16.45 Uhr deutscher Zeit.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Das war ein Arbeitssieg, nie schöner oder unterhaltsamer Handball. In der ersten Halbzeit war unsere Abwehr bereits gut mit zwei starken Torhütern. Dann kam eine kleine Phase Anfang der zweiten Halbzeit, in der Sören Steinhaus zu viel Initiative für den BHC übernimmt – glücklicherweise waren wir aber schnell wieder zurück in der Spur. Insgesamt bin ich zufrieden, auch wenn es keine Topleistung war. Ein kontrollierter Sieg in der HBL ist nicht selbstverständlich.“
Bergischer HC: Rudeck (3 Paraden), van der Merwe (6); Da Rocha Viana (1), Becher (3), Schöttle, Püttmann, Hangstein (7/5), Babarskas, Kooij (1), Hilding, Babak, Bergner (3), Bjernfeld, Fuchs (2), Steinhaus (3), Wasielewski (6).
Füchse Berlin: Ludwig (9 Paraden), Palicka (2); Darj (1), Prantner (4), Simak, Ariño (3), Grøndahl (10/5), Gidsel (11), Freihöfer, Pichiri, Langhoff (5), Zaepfel (2), Kusche (1), av Teigum, Marsenić.