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26.10.2026|Spielbericht|pst

Ungefährdeter Heimsieg bei Wiedes Comeback

Die Füchse Berlin haben am 10. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga souverän mit 36:30 (18:14) gegen die HSG Wetzlar gewonnen. Wenn es auch keine Hochglanzvorstellung der Hauptstädter war, stieg die Lautstärke in der Max-Schmeling-Halle immer wieder an – vor allem auch, als Vereins-Ikone Fabian Wiede wieder die Platte betrat.

Nach der Partie feierten die Fans im Fuchsbau den zurückgekehrten Fabian Wiede.
© Bildnachweis: Hasper

Im Duell der Mannen in Grün-Weiß gegen die Mannen in Weiß-Grün sollten die erstgenannten Hausherren in der Max-Schmeling-Halle die Nase vorn behalten. Fast die komplette Spielzeit über waren die Füchse Berlin in Front, konnten sich dann vor allem in Durchgang zwei entscheidend absetzen. Die HSG Wetzlar bleibt damit ohne Sieg in der Opel Handball-Bundesliga, die Hauptstädter mit weniger Spielen auf dem Konto auf Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen. 8803 Zuschauer im Fuchsbau feierten nach der Partie aber nicht nur den Heimsieg, sondern auch den Mann, der mehr als ein Jahr wegen eines Kreuzbandrisses ausfiel. 367 Tage nach der Verletzung betrat die Vereins-Ikone Fabian Wiede wieder die Platte – und belohnte sich direkt mit Toren und guten Abwehraktionen.

Beim 36:30 (18:14) gegen die Hessen war Mathias Gidsel wieder einmal in Torlaune. Seine zwölf Tore machten den Dänen zum besten Werfer des Spiels. Auch Andreas Palicka im Tor der Füchse bewies bei zwei Treffern aus zwei Versuchen seine Treffsicherheit. Neun Paraden des Schwedens zeugten zudem davon, dass Palicka seinen Berlinern häufig die Möglichkeit, den Abstand zu vergrößern. Bis auf neun Tore waren die Gastgeber den Wetzlaern zwischenzeitlich bereits entwischt, am Ende fehlten die letzten Genauigkeiten, um diesen Puffer beizubehalten.

So liefen die 60 Minuten Hauptstadt-Handball

Der dreifache Welthandballer Mathias Gidsel warf das erste Tor an diesem Sonntag und brachte damit die Füchse Berlin in Führung. Der Däne konnte in der Abwehr zudem einen Ball klauen und Torhüter Andreas Palicka wies seine erste Parade auf, doch weitere Treffer der Hauptstädter blieben aus, sodass Dominik Mappes nach vier Minuten für die HSG Wetzlar zum 1:1 ausglich. Der ehemalige Jungfuchs Josip Simic brachte den Hessen sogar die Führung, doch Tobias Grøndahl hatte per Siebenmeter die Antwort parat (7.). Gidsels dritter Treffer bedeutete indes nicht nur die 5:3 Führung (10.), er stieg damit auch zum zweitbesten Füchse-HBL-Torschützen jemals auf. Nur Hans Lindberg traf häufiger im Berliner Trikot. Nachdem Linksaußen Aitor Ariño einen Wetzlaer Kempaversuch mit einer Flugeinlage verhinderte, ging es schnell auf sein Pendant auf der rechten Seite, Leo Prantner, der nach einer Viertelstunde auf 9:6 stellte.

Mit viel Wurf-Antäuschen in der Luft machte es Gidsel kurz darauf zweistellig für den Hauptstadt-Club. In der 22. Minute erhob sich dann der gesamte Fuchsbau, der schon zuvor lautstark unterstützte: Fabian Wiede betrat nämlich nach 367 Tagen Pause wegen eines Kreuzbandrisses erstmals wieder die Platte. Mit seinem Tempogegenstoß-Tor krönte er seine Leistung sofort (24.). Mit voller Wucht aus der zweiten Etage werfend erhöhte Amyeric Zaepfel eine Zeigerumdrehung später auf 15:11 für die Füchse. Nach einem weiteren Steal vollendete Gidsel darüber hinaus ins leere Tor der HSG. Die nächste gute Abwehraktion bot Keeper Palicka die Chance, ebenfalls in das verwaiste gegnerische Gehäuse zu werfen – fast aus seinem eigenen Kasten heraus. In die Kabine ging es mit einer 18:14-Führung für die Beliner.

Blitzschnell zappelte das Netz auch in Durchgang zwei wieder, als Mijajlo Marsenić nach schickem Gidsel-Anspiel erhöhte. In Überzahl konnten Gidsel und Palicka erneut in das leere Tor vollenden, der Deutsche Pokalsieger baute seinen Vorsprung auf Plus sechs aus. Mit viel Durchsetzungsvermögen stellte auch Marsenić diesen Abstand wieder her, ebenso Prantner als Einläufer wenig später. Während Matthes Langhoff das Spielgerät mit viel Kraft einschweißte, machte es Ariño mit einem Gegendreher am Torhüter vorbei sehr schick – 27:19 (40.). Auch defensiv meldete sich der Comebacker Wiede stark an, eine knappe Viertelstunde vor dem Ende bekam er die Hände hochgerissen und stellte einen Block vom Feinsten.

Offensiv hörte die Maschinerie der Füchse lange nicht auf, Wetzlar bekam durch László Bartucz aber immer mehr Paraden. Palicka, sein Gegenüber zwischen den Berliner Pfosten, sorgte mit spektakulären Momenten ebenso dafür, dass die Gastgeber ihren großen Vorsprung halten konnten. Unter Bartucz hindurch ließ dann Prantner die Halle toben (55.). Zwar setzte ein Zaepfel-Doppelschlag den Schlussakkord, doch hinten raus fehlte die letzte Konsequenz, sodass die HSG das Ergebnis noch ein Stückweit aufhübschen konnte. Schlussendlich zierte ein 36:30 die Anzeigetafel und der Fuchsbau feierte sowohl den Heimsieg als auch das Comeback Wiedes.

In vier Tagen wieder in den Fuchsbau

Bereits am kommenden Donnerstag, 29. Oktober, geht es für die Füchse Berlin wieder in die heimische Max-Schmeling-Halle. Dann steht der Abschluss der Gruppenphase in der EHF Champions League auf dem Programm. Dazu gastiert ab 18.45 Uhr der RK Partizan AdmiralBet aus Belgrad in der deutschen Hauptstadt, Tickets sind hier erhältlich. In der Opel Handball-Bundesliga steht dann vor der Nationalmannschaftspause noch eine Partie in der Ferne an. Am Sonntag, 1. November, geht es zum ThSV Eisenach.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Ich möchte eigentlich nicht so gerne über das genaue Spiel reden, weil da, glaube ich, für alle sichtbar wurde, dass heute zu wenige Spieler ihre normale Leistung gezeigt haben. Wir sind natürlich happy über unsere zwei Punkte, aber spielerisch waren wir individuell sowie kollektiv auf einem unzufriedenstellenden Niveau. Was uns natürlich trotzdem super glücklich macht, ist, dass für Fabi alles gut lief. Mit zwölf Monaten harter Arbeit war er vor dem heutigen Tag sehr nervös und deswegen sind wir alle dankbar, dass sein Comeback ohne Probleme verlief. Er hat das verdient, das sehen wir alle, und das Feedback haben wir von den Zuschauern, von unseren Fans, für seine ersten Minuten auf dem Spielfeld bekommen. Wir haben ihn vermisst.“

Füchse Berlin: Ludwig, Palicka (9 Paraden, 2 Tore); Wiede (2), Darj, Prantner (5), Simak, Ariño (2), Grøndahl (5/5), Gidsel (12), Freihöfer, Langhoff (2), Zaepfel (4), av Teigum, Marsenić (2).

HSG Wetzlar: Ravensbergen (5 Paraden), Bartucz (6); Kirschner (6/3), Mappes (7), Simic (2), Øverby, Piroch (3), Mraz (2), Akakpo (1), Soler (6/2), Löwen, Kompenhans (2), Nafea(1).




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