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23.10.2008|Information|Füchse Berlin

Acht Fragen an Bob Hanning

Er schafft es immer wieder. Vor dreieinhalb Jahren entschloss sich Bob Hanning, dem Berliner Handball unter die Arme zu greifen. Einige haben gelacht. Damals spielten die Füchse in der 2. Liga und konnten die Besucher im Horst-Korber-Zentrum mit Handschlag begrüßen. Heute sind die Lacher verstummt. Die Füchse sind längst angekommen in Berlin und in der 1. Liga. Am Samstag steht nun ein weiteres Highlight bevor. Grund genug, den 40-jährigen Manager zum Interview zu bitten.

Am kommenden Samstag gibt es gegen den TBV Lemgo eine Premiere: Zum ersten Mal tragen die Füchse Berlin ein Heimspiel in der neu erbauten O2-World aus. Das ist wie ein Vorstoß in eine neue Dimension.
Hanning: Kann man so sagen. Vor drei Jahren spielten wir als Zweitligist mit gefährdeter Lizenz vor rund 300 Besuchern, die sich nahezu ausnahmslos aus Verwandtschaft und Freunden der Spieler rekrutierten. Und nun spielen wir in einer Halle, die rund 15.000 Besuchern Platz bietet.
Wie geht denn so etwas?
Hanning: Schon in der vergangenen Saison hatten die Füchse rund 6.500 Besucher pro Spiel, was mehr als positiv war. Dann entstand nun die neue Superhalle. Wir haben uns mutig entschieden, drei Heimspiele dort auszutragen. Auch, um den Leuten die Gelegenheit zu geben, den Reiz der neuen Halle mitzunehmen. Ich bin sicher, dass die Spiele gegen Magdeburg und gegen Kiel Selbstläufer werden. Gegen Lemgo profitieren wir auch vom Reiz des Neuen.
Aber die Halle wird nicht voll sein, oder?
Hanning: Wir sind ausverkauft, was denken Sie denn? Und ohne Übertreibung kann ich sagen, wir hätten auch 30.000 Karten verkaufen können.
Zudem zeigt der Sender Radio Berlin Brandenburg das Match live.
Hanning: Wir haben mit dem Umzug in die O2-World nun den nächsten Schritt vollzogen und dabei offenbar ein Goldenes Händchen bewiesen. Der RBB überträgt erstmals in der Geschichte des Senders ein Handballspiel live.
Das macht der Mannschaft doch sicher entsprechend Druck.
Hanning: Natürlich stehen wir sportlich unter Druck. Aber das zeichnet das Team aus. Wir wollen gewinnen, und in dieser Superhalle ist das noch einmal eine neue Herausforderung. Mensch, wir haben vor drei Jahren kaum die Lizenz bekommen und heute spielen wir vor 15.000 Zuschauern. Das ist sensationell. Das muss die Mannschaft annehmen.
Finanziell kann Ihnen solch eine Aktion doch auch nur gut tun.
Hanning: Gut, dass Sie es ansprechen. Ich kann heute voller Stolz verkünden, dass mit dem Samstagspiel gegen Lemgo der Etat für die Saison 2008/09 zu 100 Prozent gedeckt ist. Stand heute dürfen wir sagen: Wir sind in der 1. Liga etabliert, wollen in dieser Saison gern zwischen Rang acht und Rang zwölf einlaufen, wobei ein achter Platz für uns wie eine Deutsche Meisterschaft wäre.
Entsteht da nicht allmählich auch der Wunsch, international dabei zu sein?
Hanning: Das ist das Problem in Berlin. Auf lange Sicht müssen wir in den Europacup, um das gewaltige Interesse aufrecht zu erhalten. Aber das wird kommen.
Dennoch: Zufrieden können Sie mit dieser fulminanten Entwicklung allemal sein.
Hanning: Bin ich. Wir hatten drei Ziele für diese Saison. Wir wollten eine schwarze Null schreiben, was wir erreicht haben. Wir wollten uns sportlich weiterentwickeln, was bis jetzt ebenfalls sehr gut gelungen ist. Und wir wollten die Berlinisierung des Handballs weiter vorantreiben. Auch das gelingt uns gut. Wir haben zwei Goldmedaillen bei Jugend trainiert für Olympia gewonnen, womit unser Konzept greift, an den Schulen durchgängig von Klasse 7 bis Klasse 13 Handball-Unterricht von unseren Trainern durchführen zu lassen. Jetzt gilt es, weiter und mehr Geld zusammen zu tragen, um in Struktur und Mannschaft investieren zu können.




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