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28.05.2012|Information|RM

Füchse nach dem CL-Final4: "Das Wunder ist zuende aber der Traum geht weiter"

Für die Füchse Berlin war es eine ganz neue Erfahrung. In zwei Tagen waren unter größtem Druck zwei Spiele zu bestreiten. Die Kulisse mit 20.000 Zuschauern war atemberaubend, rund um die Spiele fand das wahrscheinlich größte Handballevent der Welt statt und die Füchse waren mittendrin. Sportlich gelang es den Füchsen dann am zweiten Tag nicht mehr an die Leistung vom Halbfinale anzuknüpfen. Für die Überraschungsmannschaft der CL-Saison 2011/12 aber kein Grund zur Resignation.

Der Frust nach dem 21:26 (9:13) im Spiel um Platz 3 gegen AG Kopenhagen war groß. Eigentlich begann dieser Frust bereits im Spiel, wie Trainer Dagur Sigurdsson erklärte. "Jeder Spieler war nach zwei oder drei Aktionen frustriert und hat den Kopf verloren", erklärt der Coach, "wenn man mit Frustration spielt, dann kommt die Lockerheit nicht durch." Und diese Lockerheit fehlte den Füchsen, die sich nicht in das Spiel reinbissen sondern sich verbissen. "Es gab wenige Phasen, in denen wir flüssig gespielt haben", war Sigurdsson enttäuscht.

Gründe dafür gab es viele, gerade der dänische Kapitän Torsten Laen analysierte das Spiel gegen seine Landsleute besonders genau. "Wir haben gegen Kasper Hvidt und die Abwehr von AG verloren", lobte er erst den Gegner, bevor er in die eigene Fehleranalyse einstieg, "selber waren wir nicht gut in der Abwehr." Auch Mark Bult blickt auf den gegnerischen Keeper. "Hvidt hält viele freie Bälle", geht aber auch selbstkritisch damit um, denn "wir haben auch einfach zu viele freie Bälle verworfen."

An der Einstellung lag es nicht, die Niederlage vom Vortag war abgehakt. "Gestern Abend waren wir schon etwas enttäuscht, aber heute morgen beim Frühstück waren alle gut gelaunt und wir haben uns gesagt, wir packen das", berichtet Bult. "Natürlich sind wir enttäuscht", war bei Sigurdsson nach der zweite Niederlage das Gefühl vom Vorabend wieder da. "Wir haben viele Fehler gemacht, dann gab es ein paar Entscheidungen gegen uns und wir haben den Kopf verloren", sucht er nach einer Erklärung, das Ergebnis des zweiten Spiels steht für ihn fest: "Das war heute eine Katastrophe."

Jetzt gilt es für Sigurdsson den richtigen Weg einzuschlagen. "Wir dürfen jetzt nicht zufrieden sein, dass wir dabei waren und gegen Kiel ein gutes Spiel gezeigt haben", warnt der Isländer vor zu viel Zufriedenheit, nimmt aber sein Team in Schutz, "denn es waren 16 Spiele und die waren alle schwer." Für Kapitän Torsten Laen, der bereits zwei Mal die Champions League gewann, stehen die nächsten Aufgaben fest. "Jetzt sieht man, dass es Kleinigkeiten sind, die uns noch fehlen", analysiert der Routinier, "die kann man nicht trainieren, dafür braucht man genau diese Erfahrung."

Erfahrung haben die international als Team noch unerfahrenen Füchse Berlin am Wochenende in Köln und in der gesamten CL-Saison ausreichend gesammelt. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder hier sind und es besser machen können", gibt Trainer Sigurdsson die Devise aus. Dass sein Team das Wochenende wegsteckt, da hat er keine Zweifel. "Es passiert im Sport immer auch, dass man etwas auf die Fresse bekommt und dann wieder aufstehen muss", erklärt Sigurdsson, "das war dieses Jahr nicht das erste Mal."

Der Blick ist jetzt bereits auf das Spiel am Mittwoch gegen Lemgo (18:30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) gerichtet. "Vielen Dank an die vielen Fans, die uns am Wochenende in Köln unterstützt haben, das war sehr wichtig", bedankt sich Sigurdsson und fordert für das Spiel gegen den TBV Lemgo: "Mittwoch ist für den Berliner Handball wie ein Endspiel, da wünschen wir uns wieder solch eine Unterstützung." Mit Blick auf die CL-Saison 2011/12 und in der Hoffnung auf eine weitere CL-Saison sagte Geschäftsführer Bob Hanning nur: "Das Wunder ist zuende aber der Traum geht weiter."




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