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17.09.2012|Information|ATz

Bobs Kolumne: Zwei Unentschieden wie sie unterschiedlicher nicht sein können

Liebe Handballfreunde, was für eine Handballwoche haben wir da hinter uns, zweifelslos mit dem Höhepunkt am gestrigen Abend. Gleich zwei Mal gab es für unsere Profis ein Unentschieden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Punkt gegen die MT Melsungen am vergangenen Mittwoch war auf das Spiel betrachtet sicherlich ein Punktgewinn. Es fällt mir schwer die Mannschaft zu loben, obwohl sie nach dem Rückstand noch das Unentschieden gerettet hat. Es reicht eben nicht, wenn sich alle auf die erste Sieben verlassen und zu wenig Impulse von der gesamten Bank kommen. Wir haben eine schwere Saison vor uns und auch wenn ich mich gebetsmühlenartig wiederhole, um die neue Spielzeit erfolgreich zu meistern brauchen wir alle Akteure.

Ich hatte meine ersten leisen Zweifel, ob denn die Personalpolitik richtig gewählt war. Gerade im Olympiajahr wollten wir die Wechsel in der Mannschaft möglichst gering halten und mit nur einem Olympiateilnehmer sahen wir das eigentlich als unsere Chance. Ganz bewusst wurde in der Kaderzusammenstellung auf Reizpunkte verzichtet, eine eingespielte Mannschaft mit möglichst wenigen Neuintegrationen sollte eigentlich unser Vorteil sein. Auch wenn unsere Bilanz bis zum Melsungenspiel makellos war, der Auftritt und die Spielweise waren es noch nicht.
 
Aber so ist das im Handball, der Sport ist schnell, der Spielplan manchmal dicht gedrängt und so kann es nach wenigen Tagen alles ganz anders aussehen. Das 26:26 gegen die Übermannschaft aus Kiel war einfach sensationell, gerade weil der THW beim 25:21 sich auf der sicheren Seite wähnte. Aber genau die Kritikpunkte kann ich erst einmal zur Seite legen, ob es nun Mark Bult, Iker Romero oder Evgeni Pevnov waren, die Einwechslungen haben funktioniert, jeder hat Verantwortung übernommen. Trotz seiner Verletzung hat sich auch Konstantin Igropulo in den Dienst der Mannschaft gestellt und so haben wir es geschafft nach über 500 Tagen ohne Punktverlust in Deutschland diese Serie des THW reißen zu lassen.
 
Da kommen jetzt die zwei Wochen Pause zur rechten Zeit. Auch wenn wir einige Nationalspieler in den nächsten Tagen abstellen, so ist das die Chance die eine oder andere Blessur auszukurieren und danach werden wir uns in Vollbesetzung den schweren Aufgaben widmen. Gerade die Partie in Lübbecke wird kein Zuckerschlecken, die Ostwestfalen präsentieren sich in toller Frühform. Dann steht auch schon bald der Saisonauftakt in der Champions League gegen Dinamo Minsk an, eine international routinierte Mannschaft mit vielen Unbekannten.
 
Haben die Profis mit den beiden Unentschieden die ersten beiden Minuspunkte verbucht, so hat leider auch die zweite Mannschaft ihre erste Saisonniederlage einstecken müssen. Für die frühere Meister-A-Jugend eine ungewohnte Situation, ist es doch für die meisten Spieler die erste Niederlage seit Jahren. Aber auch damit müssen sie umgehen und sich weiter an die Härte im Erwachsenenbereich gewöhnen. Am Wochenende hat es die Mannschaft leider nicht geschafft die Routine und Erfahrung auszuspielen, die sie zweifelsfrei hat.
 
Dafür strebt die neue A-Jugend von Rekord zu Rekord. Mit 60:24 wurde gegen die HSG Freiberg gewonnen, die Mannschaft ist anscheinend schon weiter, als ich erwartet hatte. Dabei muss man aber vor allem den Freibergern auch ein Kompliment aussprechen, die den offenen Schlagabtausch angenommen haben. Und als wir eine Schwächephase hatten, dann ging diese Phase auch prompt mit 9:9 Toren aus. Ich bin mir sicher, dass die Freiberger mit dieser Leistung und dieser Einstellung gegen andere Gegner die nötigen Punkte holen wird.
 
Bleibt mir nur zum Schluss der Blick auf das kommende Wochenende zu richten. Während die Nationalmannschaften im Einsatz sind und unsere Profis spielfrei haben, bietet sich doch für die Berliner ein anderes Handball-Highlight an. Am Samstag spielen in der Lilli-Henoch-Sporthalle in Berlin-Hohenschönhausen zuerst um 17:00 Uhr die A-Jugend gegen Hamburg und anschließend die zweite Mannschaft um 19:30 Uhr gegen den Oranienburger HC. Das wird sicherlich eine tolle Doppelveranstaltung, zu der wir im Berlin-Brandenburger Derby viele Gäste erwarten und uns um so mehr auf zahlreiche Füchse-Fans freuen.
 
Viele Grüße,
 
Bob Hanning
 
Alle Ausgaben von Bobs Kolumne unter www.bobhanning.de




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