Mit dem Zug geht es am heutigen Donnerstag für den Tross des Deutschen Meisters von der Hauptstadt nach Nordrhein-Westfalen. Am morgigen Freitag ist die finale Trainingseinheit geplant, ehe einen Tag später das große sportliche Spektakel beginnt. An jenem Samstag, 18. April, beginnt das Lidl Final4 in der Lanxess Arena, welche mit 20.000 Zuschauer ausverkauft sein wird. Eine atemberaubende Atmosphäre, welche ihren ersten Höhepunkt ab 15.45 Uhr bekommen wird. Dann stehen sich im ersten Halbfinale die Füchse Berlin und der TBV Lemgo Lippe gegenüber. Dieses Duell gab es in Ostwestfalen erst am vergangenen Sonntag in der DAIKIN Handball-Bundesliga. Mit der letzten Aktion sicherte der Welthandballer Mathias Gidsel den 34:33-Auswärtssieg. Ein hochdramatisches Finish eines hochklassigen und intensiven Duells auf Augenhöhe zwischen dem Tabellendritten und -sechsten der „stärksten Liga der Welt“.
Dass es an diesem Samstag zu ähnlicher Dramatik kommen könnte, befeuern zwei Begebenheiten: Zum einen, ging bereits das Hinspiel beider Teams mit demselben Spielstand zu Ende, allerdings zugunsten Lemgos, und außerdem haben die Mannschaften nun die Chance vor Augen, einen Titel zu holen. Ihre Begegnung ist der letzte Schritt vor dem Finalspiel des DHB-Pokals. In Berlin ist die Sehnsucht nach dieser Trophäe groß, liegt der bisher einzige Gewinn bereits zwölf Jahre zurück. 2014 war es der erste nationale Titel der Vereinsgeschichte. Damals wie heute im Kader der Füchse: Fabian Wiede. Nach einem Kreuzbandriss ist der Linkshänder aber noch nicht wieder einsatzbereit, unterstützt seine Teamkollegen jedoch in der Arena.
Umso mehr ist der Hunger bei den aktiv Beteiligten auf der Platte groß, ihren ersten DHB-Pokal zu gewinnen. Der Club stand indes insgesamt dreimal im Final4 des Pokals, Lemgo sechsmal und hat dabei viermal auch den Titel geholt: 1995, 1997, 2002 und zuletzt 2020. Insgesamt kann der TBV als Pokalmannschaft angesehen werden, schaltete im bisherigen Saisonerlauf bereits den SC DHfK Leipzig, den VfL Gummersbach und den VfL Eintracht Hagen aus. Die Berliner ihrerseits die HSG Wetzlar, den ThSV Eisenach und den THW Kiel. In einem packenden Halbfinale konnten sich die Mannen von Trainer Nicolej Krickau im Dezember gegen den amtierenden und Rekordpokalsieger aus dem Norden durchsetzen. Diese Euphorie soll nun mit nach Köln genommen werden.
Am Sonntag, 19. April, geht es dann weiter mit dem zweiten Spiel. Bei einem Sieg über Lemgo würden die Füchse ab 15.45 Uhr im Endspiel um den Titel kämpfen. Gegner wäre dann der SC Magdeburg oder der Bergische HC, welche sich am Samstag ab 18.45 Uhr in der Lanxess Arena duellieren. Sollten die Berliner ihr Halbfinale verlieren, geht es sonntags bereits ab 12.45 Uhr im Spiel um Platz drei darum, in der kommenden Saison eine Runde zu überspringen. Der Streaminganbieter DYN überträgt alle vier Partien des Lidl Final4 live aus Köln. Auch die ARD ist zu Gast und wird sowohl die Berliner Halbfinal-Begegnung mit Lemgo zeigen sowie auch das Finale am Sonntag.
Trainer Nicolej Krickau: „Wenn man in eine Saison geht, ist das Lidl Final4 sicherlich für alle ein Teilziel neben dem Alltag der HBL. Jeder Sportler will nach Köln und um den Pokal kämpfen. Dort sind wir jetzt mit einer 50:50-Chance, in das Finale zu kommen. Die direkten Duelle mit Lemgo haben gezeigt, dass wir gleichauf sind und ein ausgeglichenes Niveau haben. Deshalb erwarten wir auch in Köln ein enges Spiel. Das ist ein Riesenevent und wir freuen uns sehr darauf, aber unser Fokus liegt nur auf unserer Aufgabe am Samstag. Mit Lukas Hutecek wird der TBV noch stärker als am vergangenen Sonntag, aber wir werden uns gut vorbereiten. Wir haben die Qualität, es ins Finale zu schaffen und werden alles auf der Platte liegen lassen.“